Verwirrung der Begriffe

Letzten Dienstag (14.10.) war ich beim Kulturpolitischen Forum in der Fabrik der Künste.

Es war eine freundliche Diskussion auf dem Podium unter den Vertretern der Parteien Linke, Grüne, SPD und der Koalition der Freien Hamburg, vertreten durch Dan Thy Nguyen. An die Namen der anderen Diskussionsteilnehmer erinnere ich mich leider nicht mehr und und habe es blöderweise versäumt sie aufzuschreiben – außer Norbert Hackbusch von der Linken, der unter anderem im Kulturausschuss des Senats sitzt und den ich schon länger kenne. Es ging vor allem um Etatfragen, eben Kulturpolitik.

Spannender wurde es, als auch die BesucherInnen in die Diskussion einbezogen wurden, wobei mir zwei Gedanken haften geblieben sind, zum einen, dass bei den PolitikerInnen anscheinend überhaupt kein Unterschied zwischen Kunstproduktion und Kunstmarkt gemacht wurde.

Es lässt sich doch veralgemeinernd sagen, dass sowohl in der freien (bildenden) Kunst, als auch in der freien Theaterszene die Gründe für das Schaffen immanent sind. Aus eigenen Antrieb, mit einer entsprechend spezialisierten Ausbildung im Hintergrund, stelle ich ästhetische Objekte her inszeniere ich bestimmte Stoffe. Schön wenn es dafür Geld gibt aber der finanzielle Aspekt ist nicht der Auslöser der Arbeit. Selbstverständlich möchten auch die Freien von ihrem Beruf leben können aber die Grundlage ihrer Arbeit ist eben eine andere als zB bei einem Lockführer.

Dann kommt der Markt, da ist die Entstehungslegende ziemlich gleichgültig, da herrschen andere Gesetzmäßigkeiten, die die eine zum hochbezahlten Musical-Star machen und den anderen zum idealistischen Hungerleider, der nachts Taxi fährt um seine Miete zusammen zu bekommen.

Der einzige war Norbert Hackbusch, der definierte was die Politik vermag und was die Künstlerschaft selbst auf die Reihe kriegen muss. Die Stadt kann die Arbeitsmöglichkeiten (Räume etc) verbessern aber die einzelnen alimentieren will oder kann sie nicht.

Am Rande fiel mir als Nicht-Hamburger die seltsame Heimatliebe einiger Sprecher aus dem Künstler-Publikum auf, die auch mit Applaus bedacht wurden. Es war vorher die Rede davon gewesen, dass künstlerisch Schaffende beispielsweise in Berlin, wenn nicht mehr Geld, so doch eine größere Akzeptanz und schöpferischere Atmosphäre vorfänden als bei den Pfeffersäcken der Hansestadt. Ein Herr aus dem Publikum fand es wichtig, dem ganz explizit zu widersprechen. Aber ist es nicht piep egal wo mir die guten Ideen kommen, ob auf der schwäbischen Alp oder im Herzen Manhattans? Sollte nicht überhaupt jeder, nicht nur die schöpferisch tätige, über den Tellerrand gucken und wenigstens registrieren was sich in der Welt so tut; wenn man schon nicht bereit ist, sich einzumischen?

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